Saint-Ferréol - Entstehungsgeschichte 

Entstehungsgeschichte

Erste Spuren

Die ältesten Spuren auf Saint Ferréol als Wohnsitz gehen zurück bis zum ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung (Grabstätten, in Bodenplatten aus Ziegel).


Im Mittelalter war dieses Land Teil des Besitzes der herrschenden Familie von Pontevès.


Zwischen dem 11. und 13.Jahrhundert legte man oberhalb des kleinen Tals des Riou eine erste Befestigungsanlage mit Turm und einigen Siedlungen an. Diese Befestigungsanlage scheint eine Verbindung zur Kapelle Notre Dame des Salettes gehabt zu haben, da die Ruinen sich nur 300m tiefer befinden, in der Nähe der aktuellen Gebäude des Hofes. Am Ostende der Domaine befindet sich eine andere Kapelle, gewidmet Saint Ferréol, dem Märtyrer von Vienne (Stadt am Fluß Isère, in der Region Rhône-Alpes) aus dem 3.Jahrhundert. Die Archive erwähnen landwirtschaftliche Gebäude gegen Ende des 15.Jahrhunderts.

Pierre Maurel, der „Krösus der Provence“

In der Mitte des 17. Jahrhunderts kaufte Pierre Maurel das Terrain von Louis von Pontevès. Der neue Eigentümer aus Aix, finanziell vermögend durch viel Glück, erhielt den Beinamen "Krösus der Provence". Er baute das Haupthaus nach dem Vorbild des Pavillons, mit denen das Land rund um Aix allmählich geschmückt wurde.


Nach seinem Tod hinterlies Pierre Maurel ein schwieriges Erbe – mit drei aufeinanderfolgenden Frauen hatte er insgesamt 18 Kinder – aber leider hinterlies er auch viele Schulden. So entstand unter seinen Nachkommen Anlass zu zahlreichen Konflikten. Schließlich erbte einer seiner Neffen Saint Ferréol.

Die Familie Lyon von Saint Ferréol

Als Joseph Lyon um 1720 Saint Ferréol kaufte, waren das Land und die Gebäude in einem schlechten Zustand. Er führte umfangreiche Arbeiten zur Aufwertung des Gutes durch. Sein Enkel, Schatzmeister des Staates Provence, setzte den Ausbau im Jahr 1750 fort: die zentralen Gebäude des Bauernhofs mit einem kleinen Hof in der Mitte. Er verbesserte die Entwässerung des Gebietes durch die Umleitung der Quelle oben am Berg.


Nach seinem Tod während der Revolution geht der Besitz an seine Tochter Julie, die Witwe von Alexander Perrache von Ampus (eine Stadt ebenfalls im Departement Var).

19. und 20. Jahrhundert : Eine kontrastreiche Entwicklung

Innerhalb eines Jahrhunderts erreicht die Domaine nach und nach ihre ganze Ausdehnung (75 ha Anbaufläche, 200 ha Holznutzfläche). Neue Gebäude erhöhen die Lagerungskapazitäten der Ernten sowie die Möglichkeiten der Unterbringung der Tiere und ermöglichen so die sinnvolle Zusammenlegung von Tätigkeiten, so wie sie auch aktuell erledigt werden. Durch Eheschließung geht der Besitz an die Familie von Lyle Taulane. Jules von Lyle Taulane stellte hier seine landwirtschaftlichen Talente unter Beweis, insbesondere durch die Erweiterung der bewässerbaren Fläche. Im Laufe der Jahre 1875-1880 wurden die Rebflächen durch die Reblaus zerstört, die versehentlich aus den Vereinigten Staaten eingeführt wurde und die auf einem Großteil der Rebflächen in Europa wütete.


Dennoch konnten ab 1899 die Rebflächen wieder schrittweise auf einer Fläche von bis zu 45 Hektar angelegt werden. Das geschah unter der Leitung von Jean Jerphanion, dem Enkel von Jules von Lyle Taulane. Am Ende des Zweiten Weltkriegs übernimmt sein Neffe Eduard von Jerphanion die Leitung. Eine Umstrukturierung der Domaine führt zur Rodung eines Teils der Rebstöcke in den 1970er Jahren. Derzeit verfügt die Domaine über eine Rebfläche von 21 Hektar. Die Tätigkeiten auf der Domaine schließen inzwischen auch Empfang und Unterbringung von Übernachtungsgästen ein sowie das Angebot der Verkostung und des Verkaufs der Weine der Domaine im hiesigen Weinkeller.

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